Ohne Hund und ohne Angst
Du magst Hunde. Und genau deshalb solltest du weiterlesen.
Du hast keinen eigenen Hund, aber dein Herz geht auf, wenn dir einer entgegenkommt. Du gehst in die Hocke, streckst die Hand aus und freust dich, wenn er schnuppert. Du streichelst den Hund deiner Nachbarin, kraulst den Labrador im Café und sagst zum Dackel an der Bushaltestelle „Na, du Süßer“. Angst hast du keine. Warum auch?
Das ist schön. Und es ist der Grund, warum du zu der Gruppe gehörst, die am häufigsten in schwierige Situationen mit Hunden gerät.
Warum gerade du?
Menschen mit Angst halten Abstand. Menschen mit Hund kennen sich meist ein bisschen aus. Du dagegen gehst offen und freundlich auf Hunde zu. Oft schneller, als der Hund es möchte. Und meist ohne vorher zu fragen.
Aus deiner Sicht ist das herzlich. Aus Sicht des Hundes sieht es manchmal ganz anders aus. Ein fremder Mensch kommt direkt auf ihn zu, beugt sich über ihn, schaut ihm in die Augen und greift nach seinem Kopf. Für viele Hunde ist das Bedrängen, keine Begrüßung.
Die meisten Hunde halten das aus. Manche nicht. Und wenn ein Hund sich bedrängt fühlt, sagt er das. Erst leise, dann deutlicher. Wer die leisen Signale übersieht, bekommt irgendwann die deutlichen zu hören.
Kennst du diese Situationen?
-Du sitzt im Café. Am Nebentisch liegt ein Hund. Du beugst dich zu ihm runter und willst ihn streicheln. Er dreht den Kopf weg und leckt sich über die Nase. Du denkst, er ist schüchtern, und streichelst trotzdem. Was du nicht weißt: Der Hund hat dir gerade zweimal gesagt, dass er das nicht möchte.
-Du joggst durch den Park. Ein Hund läuft frei und rennt neben dir her. Du findest das lustig und läufst schneller. Für den Hund wird aus dem Neben-dir-Laufen ein Spiel oder eine Jagd. Plötzlich schnappt er nach deiner Wade.
-Du triffst einen Hund an der Leine. Er wedelt mit dem Schwanz. Für dich heißt das: Er freut sich. Du gehst hin. Der Hund wird steif und knurrt. Seine Halterin entschuldigt sich, du bist irritiert. Dabei hat der Hund dir vorher schon einiges gezeigt. Schwanzwedeln allein sagt wenig darüber, ob ein Hund Kontakt möchte.
-Du siehst einen Hund mit gelber Schleife an der Leine. Oder einen Hund mit Weste. Du denkst dir nichts dabei und sprichst ihn an. Die gelbe Schleife bittet oft um Abstand. Und ein Assistenzhund arbeitet gerade. Er soll nicht abgelenkt werden.
In keiner dieser Situationen hast du etwas Böses gewollt. Du hast nur nicht gewusst, was der Hund dir zeigt.
Ein Hund ist kein Kuscheltier!!!
Hunde kommunizieren die ganze Zeit. Mit ihrem Körper, ihrem Blick, ihren Ohren, ihrer Haltung. Sie zeigen, ob sie entspannt sind, unsicher oder ob sie lieber in Ruhe gelassen werden wollen.
Das Problem: Viele dieser Signale sind leise. Ein Gähnen. Ein kurzer Blick zur Seite. Ein Körper, der sich ein kleines Stück wegdreht.
Wer diese Signale nicht kennt, übersieht sie. Und der Hund muss lauter werden. Knurren ist dabei keine Bosheit. Es ist eine Warnung, die du ernst nehmen darfst.
Dazu kommt: Viele Hunde an der Leine können nicht ausweichen. Sie können nicht weggehen, wenn ihnen jemand zu nah kommt. Und auch der freundlichste Hund hat mal einen schlechten Tag, Schmerzen oder einfach keine Lust auf Fremde. Das sieht man ihm nicht immer an.
Wer entscheidet über die Begrüßung?
Nicht du. Und auch nicht nur der Mensch am anderen Ende der Leine. Sondern auch der Hund.
Das klingt erst mal ungewohnt. Für mich ist es der wichtigste Gedanke überhaupt. Eine gute Begegnung braucht drei Zustimmungen: deine, die des Halters und die des Hundes. Fehlt eine davon, ist Abstand die bessere Wahl.
Was du bei mir lernst
Ich will dir die Freude an Hunden nicht nehmen. Im Gegenteil. Ich will, dass du Hunden so begegnest, dass sie sich bei dir wohlfühlen. Dann wird aus einer Begegnung ein schöner Moment für beide Seiten.
Bei mir lernst du:
wie Hunde kommunizieren und woran du erkennst, ob ein Hund Kontakt möchte
warum einzelne Signale wie Schwanzwedeln nicht reichen und du immer das ganze Bild anschauen solltest
wie du den Menschen mit Hund richtig fragst und eine Absage gelassen nimmst
wie du einen Hund begrüßt, wenn er es möchte, und warum du ihm nicht automatisch die Hand hinhältst
was die gelbe Schleife bedeutet und warum du Assistenzhunde nicht ansprichst
wie du dich beim Joggen, Radfahren oder Spazierengehen verhältst, wenn ein Hund auf dich zukommt
warum derselbe Hund an der Leine anders reagiert als im Freilauf
Und das Schöne daran: Wenn du das weißt, wirst du für Hundehalter zur angenehmsten Begegnung des Tages. Die meisten freuen sich über Menschen, die fragen und auf ihren Hund achten.
So arbeiten wir zusammen
Im Einzelcoaching schauen wir auf deine Situationen. Wo begegnest du Hunden? Was hast du schon erlebt? Was möchtest du wissen? Wir arbeiten mit echten Beispielen aus deinem Alltag.
Im Webinar lernst du gemeinsam mit anderen, die Hunde genauso mögen wie du. Melde dich gern mit Freunden oder Familie an. Gerade Menschen, die viel draußen sind, profitieren davon.
Lust, Hunde mit anderen Augen zu sehen?
Du musst keinen Hund haben, um Hunde zu verstehen. Du musst nur hinschauen lernen. Im kostenlosen Kennenlerngespräch erzählst du mir, wo du Hunden begegnest, und wir schauen, was zu dir passt.
Meine Angebote sind Coaching und Bildung. Sie ersetzen keine Psychotherapie und keine tierärztliche Behandlung.
Hunde verstehen beginnt mit einem Gespräch
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